Sonntag, 1. Mai 2011

Ein Tagesablauf

Da wir nun schon von mehreren Seiten gefragt wurden, wie denn ein durchschnittlicher Tagesablauf in unserer Traum-WG aussieht, möchte ich hier versuchen, diesen Wunsch zu erfüllen und ein bisschen (nicht zu viel, damit wir nicht berechenbar und langweilig werden) von uns preiszugeben.

Unser Tag bietet 4 verschiedene Startkonstellationen, die ich nachfolgend auflisten werde:
1.) Alle schlafen bis 12, man trifft sich in Bademänteln im Wohnzimmer/in der Küche und diskutiert aktuelle, politische Themen oder schaut die Sendung mit der Maus. Dies ist hauptsächlich an Sonntagen zu beobachten.
2.) Jonny und Nils gehen um 6 ins Bett, da sie die Nacht über wichtige Protokolle geschrieben haben, die jedoch auch dementsprechend gut benotet werden. Seit Anfang des vierten Semesters kommt dies aber eher selten vor.
3.) Hanna, Nils und Jonny stehen zwischen 6 und 8 auf, streiten sich um das Badezimmer, vertilgen Berge von Essen, das aus dem Toaster sprudelt und verlassen das Haus, bevor ich aufstehen kann.
4.) Hanna steht pflichtbewusst zwischen 6 und 8 auf und geht in die Bibliothek, auf meinem Weg gegen 8:15 Uhr in die Küche stolpere ich jedoch über Jonny, der rasch die Toilette besucht. Meine Frage, ob er heute Uni hätte, wird mit schallendem Gelächter und Hohn beantwortet, die mir auch noch nach dem Toilettengang lautstark deutlich machen, dass ich die falsche Frage gestellt habe.

Vielleicht sollte ich, bevor ich zu unseren Uni-Zeiten komme, noch ein oder zwei Wörtchen über unser Frühstück verlieren: Jonny und ich essen bevorzugt Toasties mit biterer, englischer Orangenmarmelade, Eszet oder Sambal Oelek mit Cheddar. Wahlweise essen wir auch Schokomüsli, das einen witzigen Elefanten auf der Verpackung hat.
Als Tischlektüre dient meistens das zugegeben doch recht anspruchsvolle Rätsel auf der Müslipackung (sofern vorhanden), der Wirtschaftsteil der Zeit, ein Paper oder Abstract aus einer der zahllosen Fachzeitschriften, die in der Wohnung verstreut liegen, oder schlichtweg die Uhrzeit, die in der allmorgendlichen Blickstarre höchst anziehend wirkt.

Abgesehen von Sonn- und Feiertagen sind jedoch ab 12 Uhr meistens keine Aktivitäten in der WG zu vernehmen, lediglich die zeitgesteuerte Waschmaschine nimmt automatisch ihren Dienst auf (wir wollen die Nachbarn ja nicht frühzeitig wecken), sämtliche Mitbewohner befinden sich dann in ihren Unis oder damit verbundenen Bibliotheken.
Meistens bin ich es, der gegen 17:30 bis 18:00 Uhr als erstes heimkommt und die letzten Sonnenstrahlen auf dem Balkon genießt. Hanna (frequent) und Jonny (eher sporadisch) treffen sich auch gerne bei Herrn McFit zu einer abendlichen Fahrradtour, sodass es schon bis 20 oder 21 Uhr dauern kann, bis alle Bewohner dieses Schlosses sich wieder eingefunden haben.

Zum Abendessen gibt es einen gesunden Mix aus Salat, asiatischer Nudelsuppe, Pizza, Nudeln, Toast, Nudelauflauf oder Pizza. Selten (wirklich selten) wird jedoch auch ein Bier zum Anregen der Verdauung gereicht, sodass spätestens hierdurch um 1 Uhr morgens alle in ihre Bettchen sinken.

Der restliche Abend, zwischen Abendessen und Schlafenszeit, kann jedoch mit vielen verschiedenen Aktivitäten gefüllt werden - Smash Bros. auf dem Game Cube, Boule oder Kegeln im Flur (erst nach 22 Uhr, damit die Nachbarn nicht aufwachen), einer gemeinsamen Minecraft-Suchterei, Schleudern von Wäsche, die noch klitschnass ist, weil unsere Waschmaschine gerne einmal hasst, Spielen mit Laserpointern und Langzeitbelichtungen, dem Verstecken von Badezimmerschlüsseln, dem Herstellen einer Mega-Zahnpasta u. v. m.

Auf die einzelnen, tollen Events in unseren 4 Wänden einzugehen, würde jetzt den Rahmen sprengen. Dafür haben wir ja dieses Blog, um immer wieder ausführlich zu berichten.

Es sei nur abschließend zu diesem kurzen Tagesablauf noch so viel gesagt: Es ist eine gute WG, die wir haben. Sowohl von den Bewohnern, als auch von der Location, als auch von der Einrichtung (wir haben einen Erste-Hilfe-Kasten!). Und es werden sich daher noch viele Gelegenheiten ergeben, von denen es sich lohnt, hier zu berichten.

Seid also nicht traurig, dass diese Liste kurz war. Es kommt noch einiges nach!

Samstag, 30. April 2011

Mit dem Fahrrad zur Uni und trotzdem in die Hölle

Ich, Jonny, bin heute das erste Mal mit dem Fahrrad von der "neuen" Wohnung zur Uni gefahren. Google behauptet iwas mit 10,*irgendwas*km und da muss ich mir mal auf meine untrainierte Schulter klopfen, dass ich das so ohne Weiteres abgestrampelt hab. Der Hinweg war easypeasy. War halt noch früh und ich total ausgeruht. Glücklicherweise hatte ich sogar n Fahrradcourir vor mir, aber nich so n SuperUltraAthleten sondern ein gemütlichen der so in meinem Tempo vor mir hergefahren is. Ich, als Berlin-Fahrrad-Jungfrau, war dafür natürlich sehr dankbar weil ich sofort goldwerte Tricks lernen konnte: Ampeln gelten für Fahrradfahrer nicht, wenn man brüllt wird man schon in die Nachbarspur gelassen und auf Autodächern besetzter Autos abstützen is ok, wenn man zu faul is, die Füße von den Pedalen zu nehmen. Mit diesen Erkenntnissen und auch nur relativ wenig ausser Atem kam ich dann nach zügigen 35min am Großen Hörsaal der Physik an. Zum Vergleich: Die U-Bahn hat 35min als reine Fahrzeit, ergo: Die Zeit der Fußwege zwischen U-Bahn-Station und Destination eiskalt gespart :D THATS HOW I ROLL BITCHES!!!
Naja nach Theoretischer Physik und Matheübung sah es dann auf dem gegenwindgespickten Rückweg leicht anders aus. Nils und ich haben uns am Fachbereich verabschieded, sind also zeitgleich abgefahren. Und trotzdem ich geschuftet hab wie ein Irrer um dem Gegenwind Herr zu werden kam ich erst wenig nach Nils an, ich hab ihn zwar im Hauseingang noch getroffen aber Zeit schien ich nicht gespart zu haben :( Hoffentlich wird das besser, wenn ich häufiger Fahrrad fahr, ich nehme eigentlich fest an, dass man in trainierter Form und unter Beachtung der "speziellen Fahradfahr-Berlin-Badass-Regeln" man die Strecke in 25, wenn nicht 20min bewältigen können sollte. Kommt Zeit, kommt Rat! Soweit der umweltfreundliche, ökologisch-wertvoll und ethisch vertretbare Teil meines Tages. Ich hab dann noch ein Weizen mit Nils aufm Balkon getrunken, als eine Art Belohnung für die harte Woche. Im Verlauf des Männergesprächs wurde mir allerdings klar, dass ich nicht wirklich in den Himmel kommen kann, trotzdem ich 20km Fahrrad gefahren bin, anstatt Bahn. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass ich nicht an mich halten kann wenn sich 2 wild gestikulierende Mongos an-*UUUÄÄÄHHHHEEEHHE*'n. Ich weiß nicht ob ich damit allein bin aber ich kann nicht umhin zumindest innerlich, wenn nicht real laut zu lachen wenn Spastis ihren Teller durch die Mensa feuern und sich daraufhin Mongos über Mongos (natürlich konsequent mit UHHÄÄÄHHHUHHAAAAUHÄ) beschweren die nicht mit der Aktion des ursprünglichen Teller-Wurf-Spastis d'accord sind. Man stellt sich also einen ganzen Speisesaal voller irritierter, wenngleich verärgerter und brüllender Menschen vor ohne auch nur ein Anflug von Kausalität respektive deutscher Sprache aus dem Kanon erhaschen zu können. Nicht dass man mich an der Stelle falsch versteht: Ich möchte damit wirklich nicht die Menschenwürde von geistig/körperlich behinderten Menschen diffamieren, ich weiß natürlich dass sie alle nett und höflich und absolut gleichberechtigtes Mitglied der Gemeinschaft sind aber die visuelle, wie auch akustische Kulisse, die dieser, von mir erlebter, Speisesaal bot, war köstlich. Und ich weiß obwohl ich sage, dass ich sie mag komm ich fürs Lachen in die Hölle, so es sie denn gibt. Genauso komm ich dafür in die Hölle mein Kaugummipapier neben den Mülleimer zu werfen und mich nicht noch einmal danach zu bücken, dafür dass ich beim Duschen im Schwimmbad nicht die Badehose auszieh, dafür dass ich bei einem öffentlichen Klo mit Drehkreuz einfach drüberspringe wenn keiner kuckt, dafür dass ich meine Bücher verlänger obwohl ich sie überhaupt nich mehr brauch und nur zu faul bin sie zurück zu bringen und dafür dass ich unehelichen Verkehr habe (und den nichtmal zu Fortplfanzung: In your face, god!). Und davor könne mich nichtmal 20km des Fahrradfahrens bewahren. Aber ich glaube, das ist schon ok. Was kann schon so Schlimmes in dieser Hölle passieren, von der immer alle reden. Vllt is der Teufel ja sogar ganz nett und spielt Skat oder Boules. Vllt hat ja die Bibel nur eigennützig schlechte Propaganda für die Hölle gemacht und in Wirklichkeit isses da ganz ok. So wie McDonalds und BurgerKing: Obwohl BurgerKing sagt, dass McDonalds schlecht und doof ist, schmecken mir da die Cheeseburger viel besser, vllt gibt es dann auch in der Hölle viel bessere Cheesburger... metaphorisch ... und bessere Pommes! Es ist also nur eine indoktrinierte Meinung die Hölle sei schlecht, es besteht überhaupt kein kausaler Zusammenhang dazu und in dem Sinne werd ich mal meiner Zeit in der Hölle gelassen entgegengehen, man weiß ja nicht was kommt, also sollte man sich ja auch kein Stress machen.
Gute Nacht und Peace out!

Dienstag, 26. April 2011

Nachbarschaftsdienst

Unsere Wg kann sich stolzer Eigentümer eines neuen, extrem nützlichen Gadgets zur Ausübung der nachbarschaftlichen Pflicht nennen. Es ist nicht nur Pflicht sondern Privileg sich in einer intakten und harmonischen Nachbarschaft stehts zu helfen, zu vertrauen und zu ergänzen. Folgendes Szenario: Die Wohnung im 12.Stock des gegenüberliegendem Gebäudes. Plattenbau, Berlin Mitte. Herr und Frau, oder modern auch "Frau und Herr", Neumann stimmen sich am Montag Abend nach einem langen Arbeitstag- Sie war Kippen kaufen, Er für nen Stempel beim Amt- auf baldiges Zubettgehen ein. In Bademantel und Jogginghose gekleidet leert Er das letzte Bier für den Tag, Sie weist den Hund mit liebevollen Tätscheln und sanfter und doch rauchgereifter Stimme in das beigekarierte Körbchen. Beide wähnen sich dem Schutz von Höhe und massiver Haustür gewiss, verfallen der verlockenden Illusion von Sicherheit in den eigenen vier Wänden und widmen sich dem christlich gesegneten Akt der Fortpflanzung.
Diese Sorgenlosigkeit mit der sie dies tun ist jedoch nicht gratis, sie mögen es nicht ahnen doch wir kennen den Preis sehr genau. Es bedarf eines rechtsbewussten gutbürgerlichen Nachbarn/-in. So wie wir es welche sind ;)
Wir passen auf.Wir passen auf, dass keinem Unrecht geschieht, dass kein Schurke sich des Nachts, im akustischen Schatten der kopulierenden Sozialstaatbegünstigten sich breichert an deren Hab und Gut. Dass Niemand es ungestraft wagen kann unseren Nachbarn ein Leides zu tun, Schindluder zu treiben oder auf anderem Weg unsere Nachbarschaft mit Leid, Hass und Angst zu füllen. Wir passen auf.
Jaja, mein Opa hat mir ein russisches Fernglas geschenkt :) ein richtig Schönes, übertrieben Großes: aus Russland. Er sagte er hätte noch 2 andere und ich könne dieses ruhig haben. Durch meinen Kopf zog instantan obiges Szenario und ich fühlte meine Pflicht. Nebenbei kann man aus 100m Entfernung auch noch den Busfahrplan lesen, kennt das Tagesangebot der hiesigen Kneipe oder, falls Interesse besteht, lässt sich auch vom Balkon aus der Hersteller der Reifenventile der Taxis identifizieren. Danke Opa.



Und wenn man dann Harzer beim Ficken erwischt... naja... kann passieren ^^

als Letztes noch ein Shoutout an all unsere treuen Leserinnen, die uns in der Vergangenheit so großartig unterstützt haben, Anna :)

Samstag, 16. April 2011

Kein Bier vor Vier, nach Zwölf ist auch okay und kurz vor Zwölf gar nicht so schlimm

Gestern haben wir Besuch von unserem guten, wertgeschätzten Schuldfreund Flo erhalten. Da wir schon lange keine Posts mehr verfasst haben und die Muse ein wenig eingerostet ist (Eiserne Jungfrau?), muss eine kurze Stichwortbeschreibung der freudigen Umstände auch reichen. Also los!

Türklingel, erstes Bier, freudige Begrüßung, Jonny weint, zweites Bier, Smash Bros., drittes - viertes Bier, Stadt, Shisha, Bier, Lachen, Smash Bros. Bier, Freunde, Essen, 4 Uhr, High Five, Sofakoma.

Mal sehen, was heute passiert. Freude im ganzen Haus!

Mittwoch, 5. Januar 2011

Jahreswechsel 2010/2011

Schließlich und endlich ging das Jahr 2010 doch schneller rum, als wir es uns insgeheime vorgestellt haben.
Hinter uns liegt eine großartige gemeinsame WG-Zeit, die hoffentlich noch lange andauern wird.
Auch, wenn wir nicht allzu viel gepostet haben (merke: geschreieben haben wir eine ganze Menge, aber die meisten Posts liegen unvollenden auf Blogger rum -.-), ist doch eine ganze Menge passiert. Beispielsweise haben wir ein Sofa! Und Internet! Und einen Gamecube! Und natürlich noch eine ganze Menge mehr, von der wir aber vielleicht doch noch einmal etwas veröffentlichen werden, wenn uns die Muße packt.

Doch wir wollen nicht ungnädig mit uns sein. Irgendwann findet sich die Zeit, und dann wird das Design mal verbessert und eine ganze Menge geschrieben: Ihr werdet schon sehen.

Wir wünschen euch jedenfalls ein tolles, erfolgreiches und sowieso prinzessinnenpupsrosafarbenes Jahr 2011!

Und nun ein paar Bilder von unserem Silvester 2010! <3

Game Cube. Sucht.

Das gute Sonnenkernbrot! Man beachte die blumigen Farben!


Spaß in UV?

Tut uns Leid, Nils. Wir hatten Hunger. Ruhe in Frieden... ._.

Kein dummes Trinkspiel...

... und keine Trinkerei!

Die Vorsätze für das neue Jahr. Jedenfalls die, die uns im Suff einfielen. Man beachte die schöne Konzeptzeichnung einer Dame am rechten Bildrand.

Kohlenstoff vom Boden des Bleigießerpfännchens. Natürlich in Jonnys Gesicht, wo es hingehört.

Uli feiert,
Tim feiert,

beide feiern. Natürlich total nüchtern.



Feuerwerk... so - oder so ähnlich. War auf jeden Fall spitze. Und wer richtig Silvester feiert, trinkt und beglückwünscht sich - und macht nicht irgendwelche Bilder o.ö

 
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